In Italien spielt Sorghum eine immer größere Rolle

 

Daniel Grandis, chef de produits chez KWS.

Als Daniel Grandis 2011 bei KWS begann, war Sorghum bereits Teil des Katalogs, jedoch hauptsächlich Biomasse-Sorghum. Das Sortiment für Körnersorghum wurde erst ab 2014 erweitert.  Der erfahrene Agronom ist inzwischen zum Produktmanager für Hybridkulturen für Südeuropa und die Türkei aufgestiegen.  „Ich kümmere mich um ein riesiges Gebiet. Für Sorghum investiere ich mich aber ganz besonders in Italien, da sich hier die größten Anbauflächen befinden“, erklärt er uns.

Nahezu 70 000 Einheiten pro Jahr

Italien bietet für Saatgutunternehmen ein großes Potenzial. Daniel Grandis schätzt dieses auf 67 800 Einheiten; hauptsächlich für Körnersorghum (40 000 Einheiten) für die Biogasproduktion (60 % des Absatzes) und für Nahrungsmittel sowie Tierfutter (40 % des Absatzes). Silosorghum (27 800 Einheiten) verteilt sich zu 80 % auf Einschnitt-Sorghum und zu 20 % auf Mehrschnitt-Sorghum.

Eine immer wichtiger werdende Kultur

Körnersorghum nimmt in Italien einen wichtigen Stellenwert ein, wobei es hauptsächlich in der Region Emilia-Romagna sowie in Süditalien angebaut wird, d. h. in zwei Gebieten, in denen Wasser knapp ist und die Fruchtfolgemöglichkeiten begrenzt sind. „Sorghum hat einen Wasserbedarf, der niedriger als der anderer Kulturpflanzen ist. Außerdem bietet es den Landwirten eine interessante Diversifizierungsmöglichkeit. Sorghum ist ein stabiler Markt.“ Der durchschnittliche Ertrag liegt für Körnersorghum bei 6,5 bis 7 Tonnen/ha.

Silosorghum wird jedoch in mehr Regionen angebaut: in der Lombardei, in Süditalien, im Piemont, im Veneto und in der Emilia-Romagna. Die Erträge fallen unterschiedlicher aus als bei Körnersorghum: Sie reichen von 35 Tonnen/ha (Sudangrassorten) bis zu 80 Tonnen/ha (zweifarbige Sorten) mit einem Trockenmassegehalt von 30 %.

Den verschiedenen Märkten angepasste Sorten und ein hoher Standard der Saatgutqualität

Was die Genetik betrifft, so fallen die Ansprüche der Landwirte je nach Absatzmarkt unterschiedlich aus:  weißkörnige Sorten für Geflügelfutter oder die Herstellung von Mehl für Nahrungsmittel, zweifarbige Einfachschnittsorten oder hochwüchsige Körnersorten für Biogas, zweifarbige Sorten (Sudangras) oder mehrfarbige Sorten für die Silage.

Die Landwirte wissen zudem, dass die Qualität des Saatguts eine der wichtigsten Faktoren für den Erfolg der Kultur ist und sind daher besonders anspruchsvoll: sehr hohe Keimrate, Homogenität der Körnergröße, Abwesenheit von Spelzen, die die Säelemente behindern könnten … aber auch die Einhaltung der Lieferfristen!

Italienisches Sorghum hat Zukunft

Für Daniel Grandis besteht keinerlei Zweifel: „Angesichts der großen Herausforderungen, denen die Landwirtschaft gegenüber steht (schwindende Wasserressourcen, weltweite Klimaerwärmung, gesellschaftlicher Druck bezüglich Pflanzenschutzmittel …) ist die Zukunft für Sorghum sicherlich vielversprechend.“ Außerdem ist Sorghum praktisch mykotoxinfrei und verfügt zudem – eine seiner weiteren Stärken – über zahlreiche Absatzmöglichkeiten. Die politischen Vorschriften bezüglich langfristiger Fruchtfolgen und der Biogasproduktion dürften zudem das Interesse für diese Kultur weiter ankurbeln. Der Druck von Diabrotica und Ostinia nubilaris im Maisanbau steigert zudem noch die Bedeutung von Sorghum als Alternativkultur.  Außerdem entwickeln sich die Verarbeitungsketten stetig: Wenn Silosorghum zu 90 % selbst verbraucht wird, so wird Körnersorghum mit garantierten Verkaufspreisen vertraglich abgesichert, was wiederum die Landwirte beruhigt. Diese mit Genossenschaften oder Unternehmen aus der der Agroindustrie abgeschlossenen Verträge ermöglichen es, den Saatgutbedarf im Voraus zu ermitteln und die entsprechende Produktion zu planen.

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