5 – 10 % mehr in Europa, + 40 % im Iran: Die Anbaufläche von Sorghum nimmt 2019 voraussichtlich stark zu

 

Der Zuwachs der Anbauflächen in Italien und Spanien ist voraussichtlich minimal. In Frankreich dürften die Anbauflächen jedoch am stärksten zulegen (ungefähr 10 %), besonders in der Region Centre-Ouest, wo eine starke Nachfrage für Saatgut (vor allem die frühen Sorten) besteht. In Ungarn, Rumänien und Bulgarien wird ein Zuwachs von 5 bis 10 % erwartet. Gleiches im Osten, in der Ukraine und in Russland, wo ein Zuwachs von 10 % vorhergesagt wird. Insgesamt wird eine Zunahme der Anbaufläche um 25 000 ha in ganz Europa erwartet, während im Iran eine Aussaat auf 65 000 ha geplant ist, was eine Zunahme von 40 % bedeuten würde.

Hierfür gibt es zahlreiche Erklärungsansätze:

Das Klima: Die Trockenheit im Sommer und Herbst 2018, die bis in den Frühling 2019 andauert, motiviert die Landwirte, sich für Kulturen zu interessieren, die einen niedrigen Wasserbedarf haben, z. B. Sorghum. Außerdem konnten in bestimmten Ländern wie Ungarn oder Rumänien zahlreiche Hektar Raps oder Weizen im Herbst aufgrund der Trockenheit nicht ausgesät werden, wodurch zahlreiche Hektar für Frühlingskulturen frei geblieben sind. Im Gegensatz dazu verzeichnete der Iran kürzlich starke Niederschläge, die den Landwirten erlauben werden, ihre Wasserreserven für die Bewässerung der Kulturen aufzufüllen. Sorghum hat sich zu einer Kultur entwickelt, die eine Optimierung dieser Ressource ermöglicht.

Die Erträge 2018: Die Erträge aus dem Sorghumanbau waren letztes Jahr in allen europäischen Ländern gut, was die Landwirte ermutigt, Sorghum anzubauen.

Das Sortenangebot: Die von den europäischen Züchtern angebotene Genetik wird immer leistungsstärker und passt sich dabei immer besser an die Ansprüche des Marktes an, insbesondere mit den frühen Sorten, die auf ganz spezifische Bedürfnisse antworten (schnelle Abtrocknung am Zyklusende, hohe Erträge, Trockenheitstoleranz).

Die Verlängerung der Fruchtfolgen: Mit dem Sorghum können die Landwirte die Fruchtfolgen verlängern und damit den Zyklus der Unkrautpopulationen und Krankheiten unterbrechen, was ein sowohl effizient ist auch den europäischen Anforderungen entspricht.


Eine Auswirkung, die sich in der Multiplizierung des Saatgutes widerspiegelt

Die Zunahme der Anbauflächen in Europa hat Auswirkungen auf die Multiplizierungspläne der europäischen Saatguthersteller. So haben die europäischen Züchter für 2019 die Fläche für die Vervielfachung aufgestockt: In Frankreich sind 520 ha (+44 %), in Ungarn 350 ha (+212 %), in Spanien 90 ha (+ 6 %) und in Italien 85 ha (+63 %) Anbaufläche für die Saatgut-Vermehrung geplant.